Geschichten über Zuwanderung und Zugehörigkeit

Wissen schafft Verständnis – und Respekt. Wer mehr voneinander erfährt, begegnet sich anders. Diese Erkenntnis beleuchtet das Projekt „Crossing Borders – Geschichten über Zuwanderung und Zugehörigkeit“. Beginnend am Samstag, 7. November 2026 (Vernissage 14 bis 16 Uhr), werden vier Monate lang Porträts im Außenbereich am Zaun und im Treppenhaus des Freiburger Museums für neue Kunst zu sehen sein. Das Projekt mit Fotos, Videos und Texten entstand in Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationsgeschichte.
Seit 2015 hat sich die Stimmung in Deutschland grundlegend geändert. Zugewanderte und Geflüchtete sind aus vielfältigen Gründen (Anschläge, überforderte Infrastruktur, gezielte Hetz-Kampagnen im Netz) zu „Sündenböcken“ geworden. Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ hat der AfD ihr Thema beschert. Durch Kampagnen in den sozialen Medien und weitere mediale Unterstützung ist das Narrativ vom gewalttätigen, in unser Sozialsystem eingewanderten Migranten, der unser Stadtbild stört und abgeschoben gehört, in die Mitte der Gesellschaft gewandert.
Gegen dieses menschenverachtende Narrativ möchten die Ausstellungsmachenden Geschichten über Zuwanderung und Zugehörigkeit setzen. Denn sie sind überzeugt: Wer mehr voneinander weiß, begegnet sich anders. Wissen schafft Verständnis – und Respekt. So sind nach Workshops mit zugewanderten Menschen (erste oder zweite Generation) und vielen Gesprächen in den letzten Monaten spannende Fotos, Videos und Texte entstanden – die ab dem 7. November öffentlichkeitswirksam gezeigt werden.
Die Zusammenarbeit brachte auch die Erkenntnis mit sich, wie sich im letzten Jahr der Diskurs weiter verschärft hat und vielen Menschen zunehmend Angst macht. Auch der Mut, sich in einem Fotoprojekt öffentlich zu zeigen und die eigene Geschichte zu teilen, ist einigen verständlicherweise abhandengekommen. Für junge Frauen kam noch die Angst dazu, dass ihre Fotos abfotografiert und in missbräuchliche Kontexte gestellt werden (Deepfakes).





