Ein Kommentar zum Erzählabend „Held:innen #1 – Nix geht ohne Philoktet“ am Donnerstag, 24. September 2026, im Kulturzenztrum Schopf2. Von Roland Altmann, Lehrer, Fotograf und Filmemacher sowie aktives Mitglied des Schopf2, zum Storytelling-Abend von und mit Nikola Hübsch und Nils Hüttenrauch.
Zwei Menschen, eine Frau und ein Mann, stehen über zwei Stunden, barfuß, kräftig schwarz gekleidet, in einem schwarzen Loch. Ein Schein wirft etwas Licht in das Nichts. Sie sprechen, gestikulieren, mal ruhig bis leise, mal lauter bis wild. Sie erzählen Geschichten, die, vergangen, hier wieder zu leben beginnen in den Vorstellungen und Fantasien der Zuschauer, Zuhörer.
Zwei Dinge, die mich noch berühren, sind die grenzenlose Liebe der Beiden zu ihrem Tun. Zwei Stunden Text, ohne merkliche Stockungen, gar Aussetzer, das ist großes Kino. Zeit als Qualität, als einen Erfahrungsraum, ein Erlebnis wahrzunehmen gelingt nicht immer. An dem Abend wurden wir dazu gezwungen. Gut so.
Das Zweite: Sie machen das auch, wenn die Anzahl der Zuschauer, der Interessenten, erschreckend gering ist. Auch ich hatte eine etwas andere Vorstellung von dem, was mich erwartet. Auf zwei Stunden griechische Geschichten war ich nicht vorbereitet. Aber geht es in der Kunst nicht genau darum, Erwartungen und Routinen in Frage zu stellen. Ich wünsche mir KUSCHEL, bekomme aber MUSCHEL. Gut so.
Dieser immense Einsatz und Aufwand, gepaart mit gestriger Präsenz und Überzeugungskraft, den Nikola Hübsch und Nils Hüttenrauch auf die Bühne brachten, wirkt oft mächtiger und nachhaltiger als manch anderes aufgeblasene, marktschreierische, laut grell bunt schnelle, durch und durch technisierte vordergründige Spektakel.
Es ist auch eine großes Verdienst, der Arbeit im Kulturzentrum Schopf2, das alles zu ermöglichen. Auch da ist die Liebe zu diesem Tun.




